Highway World - living, changing, growing
"Highway World - living, changing, growing" ist ein visuelles Konzert, eingebettet zwischen Asphalt und dem mobilen Menschen. Der Zuschauer begibt sich in dem nonverbalen Dokumentarfilm auf eine Fahrt durch gigantische Autobahnbauplätze Afrikas, High-Tech-Fabriken der globalen Autokonzerne und über mehrstöckige US-Highways. Schauplätze sind unter anderem die Flüsse überspannenden Hauptstadtautobahnen Abujas, der auf haushohen Betonsegmenten aufliegende Bang Na Express Way Bangkoks sowie achtgassige Superhighways Kaliforniens. Die Archivbilder von "Highway World - living, changing, growing" reichen bis in die 30er Jahre zurück und bilden damit auch die Industriegeschichte des Automobil- und Autobahnbaus ab.

Das aus dem industriellen Kontext herausdestillierte Bildmaterial sowie die Paisley Music (Ambient-Musikstil) des Sitarmeisters Al Gromer Khan ermöglichen ein kontemplatives Eintauchen in die Autobahnwelten. Dabei verzichtet der Film auf jede Kommentierung. Der Erzählstoff von "Highway World - living, changing, growing" ist, die Wahrnehmung des Publikums für humanevolutionäre Prozesse, die die raumgreifende und zeitumspannende Autobahnwelt generiert, zu öffnen. Der Betrachter wird während seiner Reise Sozius von mehreren Entwicklungsstadien (Geburt, Kleinkind, Erwachsener, Eintritt des Todes, Wiedergeburt). Die Seele der Menschen wird dabei geformt von verschiedenen Bauphasen (von den ersten Sprengungen bis zur Autobahneröffnung) und Verkehrszuständen (freie Fahrt, Stop-and-go, Stau).

Ein grundlegendes Gestaltungsprinzip des Films ist Kontemplation durch Repetition. Graphische Anschlüsse, zyklisches Wiederholen von gleichartigen Bildinhalten und filmische Metaphern bilden in acht Sequenzen die filmische Grundlage für ein Eintauchen in die Autobahnsphären. Der Film ist ein 81-minütiger Seelenzustand. Der gesamte assoziative Dokumentarfilm (ein Crossover aus einem Kompilations- und einem Found-Footage-Film) wurde aus über 63 Stunden Film-/Videomaterial und 1.700 Fotos montiert.

Der assoziative Dokumentarfilm besteht aus Werbe-, Lehr- und Forschungsfilmen sowie Computeranimationen aus dem Umfeld der Autoindustrie und der Verkehrsforschung und eigenen Aufnahmen des Filmemachers Martin Hans Schmitt, der, neben weiteren Auszeichnungen für bisherige Filmproduktionen, auch Preisträger des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München 2006 war (Avid Support Prize). Das Projekt wurde von der Filmförderungsanstalt (FFA) im Rahmen einer Referenzfilmförderung gefördert.