Dacia Express
Der Dacia Express pendelt täglich zwischen Ost und West und durchquert dabei ein Stück Österreichs, ganz Ungarn und einen Grossteil Rumäniens. Für diese Reise benötigt er ca. 17 Stunden, manchmal auch ein paar mehr. Der Zug verbindet dabei Regionen, die sich in den vergangenen 80 Jahren weiter voneinander entfernt zu haben scheinen, als sie es geographisch eigentlich sind. Mit der EU- Osterweiterung bekommt diese Verbindung - eine Teilstrecke des legendären Orient Express - eine neue Bedeutung.

Im Zug lernen sich die Reisenden innerhalb kürzester Zeit kennen, tauschen sich aus, um sich danach wahrscheinlich nie wieder im Leben zu begegnen. Die Waggons wirken dabei wie eine sich fortbewegende Käseglocke, unter der die Zeit für den Augenblick der Reise stehen zu bleiben scheint, während sich draußen Landschaften, Architektur und Menschen verändern. Die Reisenden begegnen sich mit ihren verschiedenen Sprachen und Vorurteilen, mit ihren Persönlichkeiten und Schicksalen, die sie genauso wie ihr Gepäck versuchen irgendwo in diesem Zug zu platzieren.

Die Aufnahmen zu dem Film entstanden während vierzehn verschiedener Fahrten im Zeitraum von zwei Jahren. Der Wiener Filmemacher, der rumänischen Sprache seit Kurzem mächtig, überlies dabei die Auswahl seiner Protagonisten dem Zufall der Platzreservierung genauso wie dem Vertrauen der Mitreisenden. Seine Kamera wird dabei weder unsichtbar noch versteckt, sondern Teil einer reisenden Schicksalsgemeinschaft.