EINE TUWINISCHE REISE
Galsan Tschninag hat in zahllosen Geschichten und Gedichten seinem Volk, den Tuwinern, ein Denkmal gesetzt. Im Frühjahr 1995 will er von der mongolisch-chinesischen Grenze die größte Karawane seit den Zeiten Dschingis Khans durch die Steppe führen: 30 tuwinische Familien haben auf seine Initiative beschlossen, zurückzukehren in das Land um das Altai-Gebirge, in das Land ihrer Väter, aus dem sie während der Regierungszeit Stalins vertrieben worden sind.

Tschinag schreibt seine Bücher auf Deutsch. Die Sprache und ihre Dichter hat er als Student in Leipzig kennen und schätzen gelernt. "Ich bin", sagt Tschinag, "ein preußischer Nomade." Schon seine Vorfahren waren bei den Tuwinern geachtete Stammesführer.

Sein auf Lesereisen in Deutschland verdientes Geld hat er in den Kauf von Kamelen gesteckt, damit seine etwa 150 Stammesgenossen die etwa 2000 Kilometer nun endlich die lange Reise nach Westen antreten können. Die Karawane soll aber auch für ihn zu einem neuen literarischen Projekt werden.