John Heartfield Fotomonteur
Die dadaistische Respektlosigkeit vor bürgerlicher Kultur und Staat war der zündende Funke für die politische Fotomontage. Helmut Herzfelde, der sich John Heartfield nannte, begann als Dadaist. Doch schon zu Beginn der zwanziger Jahre hatten sich die Berliner Dadaisten zerstritten. Im Gegensatz zu den weiter auf Happenings und einen moralischen Aufstand gegen das Bürgertum fixierten Dadaisten der Baader – Hausmann – Huelsenbeck – Gruppe stellten sich die Brüder Heartfield – Herzfelde zusammen mit George Grosz und anderen in den Dienst politischer Aufklärung und Propaganda für die KPD.
Die Wirkung der politischen Fotomontage ist von ihrer massenhaften Verbreitung ab-hängig. Erst die legendäre ARBEITER ILLUSTRIERTE ZEITUNG, die AIZ Münzenbergs, ihrer Auflage nach zeitweilig die zweitgrößte deutsche Massenillustrierte, machte mit ihrem modernen Kupfertiefdruck aus der Heartfieldschen Fotomontage eine gefürch-tete politische Waffe. Heartfields respektloser aggressiver Witz hat bei den Nazis eine solche Wirkung erzeugen können, weil diese so sorgfältig um die Pflege ihrer Aura bemüht waren. Faschistische Kunst im dritten Reich, das war genau jene Ansammlung von hohlem Pathos und falscher Innerlichkeit, die sich von einer Heartfieldschen Fotomontage effektvoll in die Luft sprengen ließ. Der Film beruht auf langjährigen Re-cherchen von Eckhard Siepmann und enthält wie das Buch „Montage: John Heartfield“ (Verlag 2001) eine Fülle von bisher unveröffentlichtem Material, das ich in Zeitungs- Bild- und Filmarchiven entdeckt und fotografiert habe. Er war Teil eines Medienpaketes ( Buch, Film und Wanderausstellung ) der Elefanten-Press-Galerie, das von dem Team Tom Fecht, Helmut Herbst, Jürgen Holtfreter und Eckhard Siepmann realisiert wurde. Der Film wurde produziert und finanziert von © cinegrafik.