Mein Herz zerreisst
"Mein Herz zerreißt", das ist die Empfindung des bosnischen Flüchtlings Dzemal Alic am Ende seines siebenjährigen Aufenthalts in Deutschland. Seit 1992 wartete er Tag für Tag nur darauf, in seine serbisch besetzte Heimatstadt zurückzukehren und wurde verschoben von einem Hamburger Flüchtlingslager in ein anderes. In Bosnien erfährt er dann, daß er dort als Flüchtling im eigenen Land nicht willkommen ist.

Die bosnisch-kroatische Ärztin Milka Prodanovic dagegen möchte überhaupt nie wieder nach Bosnien. Ihr Mann Predrag ist Serbe. Für sich und ihre zwei Töchter sieht sie im vom Nationalismus zerfressenen und aufgeteilten Bosnien keinen Platz. Milka setzt alles daran , sich in Deutschland zu integrieren. Eindringlich erleben wir ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen im Schweriner Alltag, an ihrer Arbeitsstelle, beim Verlust der Arbeitrsstelle und später in ihrer Identitätskrise: Die vormals „starke Frau, die alles im Griff hatte“, kommt sich jetzt als „ein hilfloses Kind“ vor. „Deutschland ist nur für Deutsche, das ist kein Land in dem du eine Heimat finden kannst.“, sagt sie nach 5 Jahren Flüchtlingsdasein in Schwerin. Ihr Mann Predrag und die Kinder kommen zur selben Zeit zur gegenteiligen Auffassung: Für sie ist Scherin die neue Heimat. Doch die deutschen Behörden wollen die Prodanovics zurück nach Bosnien schicken.

Über mehrere Jahre erleben wir mit den Prodanovics und Dzemal Alic mit, wie, wo und ob sie eine neue Heimat finden.

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Ein Koproduktion der Kern TV mit WDR und ARTE 2000