ZUG UM ZUG - Budapest 1944
Menschenleben an der Warenterminbörse, Geld gegen Leben, Blut gegen Ware: Das Dokudrama schildert die Verhandlungen des jüdischen Widerstand in Budapest mit der SS um den Freikauf der ungarischen Juden. Nach monatelangem Poker erreichten bis Anfang Dezember 1944 zwei Sonderzüge mit 1684 ungarischen Juden die rettende Schweiz.

Der Film zeigt den langen Weg bis dahin: Als kühles Pokerspiel zwischen dem jüdischen Verhandlungsführer Rudolf Kasztner und seinen Gegenparts auf SS-Seite, Hermann Krumey, Dieter Wisliceny und Adolf Eichmann. Es geht um Zahlungsfristen, Liefer- und Transportmodalitäten der Ware, Zwischenlagerung der Ware in Bergen-Belsen bis zum Eingang der vereinbarten Raten.

Das Geschacher um Menschenleben als Schachspiel – Zug um Zug: Die Schauspieler des Staatstheaters Stuttgart spielen das Verhandlungsmarathon mit distanzierter Kälte, wie wenn es um die Ausgestaltung von Kartoffel- oder Ölkontrakten ginge. Parallel dazu berichten die letzten noch lebenden Zeitzeugen aus den Kasztnerzügen, unter welcher Anspannung sie, Auschwitz immer vor Augen, standen, bis sie endlich die schweizer Grenze erreichten: Hinter uns war alles dunkel, vor uns war Licht. Alles war hell.

Kasztner wurde 1957 von israelischen Nationalisten vor seiner Wohnung in Tel Aviv erschossen - nachdem der israelische oberste Gerichtshof Kasztner vom Vorwurf der Kollaboration mit der SS freigesprochen hatte. Aber bei nicht wenigen in Israel gilt Kasztner bis heute als Kollaborateur der SS.